GLP Kanton Solothurn fordert fundierte Prüfung einer überregionalen Spitalplanung: Versorgungsnutzen und finanzielle Tragbarkeit im Zentrum

GLP Kanton Solothurn fordert fundierte Prüfung einer überregionalen Spitalplanung: Versorgungsnutzen und finanzielle Tragbarkeit im Zentrum

Die Diskussion über ein mögliches kantonsübergreifendes Spitalangebot im Raum Dornach-Reinach zeigt das Potenzial einer engeren Zusammenarbeit zwischen den Kantonen Solothurn und Basel-Landschaft. Die zuständigen Regierungen und Spitäler haben inzwischen klargestellt, dass derzeit keine konkreten Pläne für eine gemeinsame Spitalinfrastruktur bestehen. Die GLP Kanton Solothurn fordert die Regierungen auf, entsprechende Möglichkeiten dennoch ernsthaft zu prüfen. Sie sieht darin eine Chance, die Gesundheitsversorgung langfristig zu sichern und Ressourcen effizienter zu nutzen. Die entsprechenden Modelle müssen jedoch medizinisch, betrieblich und finanziell fundiert geprüft werden.

Die unterschiedlichen öffentlichen Aussagen zu einer möglichen Zusammenarbeit werfen zudem Fragen zur Abstimmung innerhalb der Solothurner Regierung sowie zwischen dem Kanton als Eigentümer und der soH auf. Es entsteht der Eindruck, dass die eine Hand nicht weiss, was die andere tut. Die GLP fordert den Regierungsrat deshalb auf, die departementsübergreifende Koordination und den Informationsaustausch mit der soH sicherzustellen. Strategische Überlegungen zur künftigen Spitalversorgung müssen innerhalb der Regierung und mit der soH frühzeitig und verbindlich abgestimmt werden.


Versorgungsräume statt Kantonsgrenzen


Der Lebens- und Versorgungsraum Nordwestschweiz lässt sich nicht sinnvoll entlang politischer Grenzen planen. Das Schwarzbubenland, das Laufental und das Birseck sind eng verflochten. Ein gemeinsames oder zumindest aufeinander abgestimmtes Spitalangebot trägt dieser Realität Rechnung. Bereits eine von der soH beauftragte Studie empfahl 2024, die Versorgungsplanung stärker aus einer überregionalen Perspektive zu betrachten. Die GLP Kanton Solothurn fordert deshalb die Regierungen auf, die Spitalplanung konsequent über Kantonsgrenzen hinweg zu denken.


Synergien nutzen, Doppelspurigkeiten abbauen


Eine überregionale Zusammenarbeit bietet erhebliche Chancen, wenn dadurch bestehende Doppelspurigkeiten tatsächlich reduziert und medizinische Angebote sinnvoll gebündelt werden. Der parallele Betrieb redundanter Strukturen in unmittelbarer geografischer Nähe ist ineffizient und teuer. Statt mehrere Spitalstandorte unabhängig voneinander weiterzuentwickeln, müssen gemeinsame Lösungen oder zumindest besser aufeinander abgestimmte Angebote konsequent mit den bestehenden Varianten verglichen werden.


Wirtschaftlichkeit, Governance und Zukunft des Standorts Dornach


Ein allfälliges finanzielles Engagement der soH darf kein Selbstzweck sein. Es muss für die Solothurner Bevölkerung einen klaren Versorgungsnutzen schaffen. Der Kanton Solothurn muss als Eigentümer sicherstellen, dass die Investitionskosten und Risiken fair aufgeteilt werden und die soH finanziell stabil bleibt.


Bevor irreversible Investitionsentscheide getroffen werden, erwartet die GLP Kanton Solothurn eine transparente Darstellung von Investitionsbedarf, langfristigen Betriebskosten, Eigentumsverhältnissen, Governance und Risikoverteilung möglicher gemeinsamer Lösungen. Aus Solothurner Sicht muss zudem zwingend geklärt werden, welche Rolle der heutige Spitalstandort Dornach künftig übernimmt und wie die nachhaltige Versorgung des Schwarzbubenlands sichergestellt wird.


Keine irreversiblen Entscheide ohne seriöse Prüfung


Isolierte kantonale Spitalplanungen haben ausgedient. Die GLP Kanton Solothurn erwartet, dass die Regierungen der Kantone Solothurn und Basel-Landschaft die Option einer bikantonalen Lösung im Raum Dornach-Reinach seriös und ergebnisoffen prüfen. Sollte eine gemeinsame Spitalinfrastruktur nicht sinnvoll sein, müssen zumindest die medizinischen Angebote an den bestehenden Standorten über die Kantonsgrenzen hinweg besser aufeinander abgestimmt werden. Die bereits bestehende Koordination der Spitalplanungen ist dafür eine wichtige Grundlage. Eine Kooperation darf nicht an institutionellen Eigeninteressen scheitern, darf aber auch nicht dazu führen, dass der Kanton Solothurn einseitige finanzielle Risiken übernimmt, ohne eine nachhaltige Versorgungslösung für die eigene Bevölkerung zu erhalten.