Auffällig ist, dass der Bericht für Abwasserreinigung und Trinkwasserversorgung konkrete technische Ausbau- und Sanierungsmassnahmen beschreibt. Diese sind notwendig – sie setzen aber häufig erst an, wenn Schadstoffe bereits im Wasserkreislauf sind. So zeigt der Bericht etwa, dass zusätzliche Reinigungsstufen Mikroverunreinigungen deutlich vermindern können.Es ist günstiger, problematische Einträge zu verhindern, als später Trinkwasser aufzubereiten oder belastete Ressourcen über Jahrzehnte zu bewirtschaften.
Der Kanton zeigt beim Nitratprojekt im Gäu selbst, wie Vorsorge funktionieren kann. Gemäss Gewässerbericht ist die Nitratbelastung im Dünnern-Grundwasserstrom seit 2021 an den meisten Messstellen zurückgegangen. Gleichzeitig werden die vorsorglichen Zielwerte vielerorts weiterhin überschritten, weshalb weitere Anstrengungen notwendig bleiben.
Genau eine solche langfristige Perspektive fehlt nach unseren Informationen beim Pflanzenschutz. Das Projekt «Massnahmenplan Pflanzenschutz» ist formell abgeschlossen, obwohl der neue Gewässerbericht weiterhin Belastungen feststellt und ausdrücklich dauerhafte und aufeinander abgestimmte Massnahmen als notwendig bezeichnet. Ein Projekt kann administrativ abgeschlossen sein – der Handlungsbedarf ist es nicht.
Die GLP fordert deshalb eine verbindliche Anschlusslösung mit messbaren Zielen, kontinuierlichem Monitoring sowie langfristig gesicherter Beratung und Unterstützung der Landwirtschaft.
Landwirtinnen und Landwirte dürfen nicht alle paar Jahre erneut als Sündenböcke dastehen. Politik und Verwaltung müssen dafür sorgen, dass sie frühzeitig, kontinuierlich und verlässlich bei der notwendigen Transformation unterstützt werden. Das schafft Planungssicherheit für die Betriebe und schützt unsere Gewässer günstiger und wirksamer als spätere Reparaturmassnahmen.